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#023 Über das Leiden

In dieseM Impuls Teile ich meine Gedanken zu…


Leiden gehört zum Menschsein wie der Atem zum Leben.

Es zeigt sich im Körper als Schmerz, in der Seele als Enge, im Denken als Zweifel und im Geist als leise Frage nach Sinn und Richtung.

In anthroposophischer Sicht ist Leiden nicht bloß ein Mangelzustand, der überwunden werden muss, sondern ein Schwellenraum: ein Ort, an dem Altes sich löst und Neues sich noch nicht gezeigt hat.

Wo wir leiden, dort werden wir empfindsam, durchlässig, wach. Das Leiden ruft uns aus der Gewohnheit heraus und lädt uns ein, tiefer zu lauschen – auf das, was im Innersten nach Wandlung strebt.

Wird es gehalten, gesehen und in Beziehung getragen, kann es zur Keimkraft werden: für Mitgefühl, für Reifung, für eine neue Verbindung mit uns selbst und mit der Welt.

Nicht das Leiden an sich verwandelt, sondern die Art, wie wir ihm begegnen.

 

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